Norwegen – Kultur und Tradition
In Norwegen gibt es natürlich die auch hierzulande bekannten Feiertage wie Weihnachten, Ostern und Silvester. Jedoch feiern die Norweger auch eine ganze Reihe Feste, deren Sitten und Bräuche unsereins nicht geläufig sind.
Dazu gehört beispielsweise das Russ-Fest Anfang Mai. Dabei feiern Norwegens Schüler das bestehen des Abiturs. Je nach Landstrich und Gegend variieren die Festlichkeiten etwas, doch einiges haben alle gemeinsam: So gibt es die so genannte Russetaufe, ein Russeprinz und eine Russeprinzessin werden gewählt, es gibt die Russehochzeit, und überall feiern die Schüler ausgelassen und lautstark. Sie schmücken ihre Autos und fahren mit lauter Musik durch die Strassen. Zu erkennen sind die Feierwütigen an ihrer Kleidung, welche im ganzen Land einheitlich ist: rote oder blaue Hosen, kombiniert mit Pullovern. Die Pullover tragen oftmals Bilder der Schüler oder lustige Sprüche, den Schulabschluss betreffend. Dazu tragen die Schüler rote oder blaue Mützen, einen Rohrstock, welcher an die harte Schulzeit erinnern soll, und eine Trillerpfeife, um sich möglichst lautstark von ihrer anstrengenden Schulzeit zu verabschieden.
Am 17. Mai dann feiert das gesamte Land. Dieser Tag ist Norwegens Nationalfeiertag. Seit dem Jahr 1814 wird der Tag in Norwegen mit Musik, Volksfesten, Umzügen und Reden gefeiert, seit 1870 findet jedes Jahr ein traditioneller Kinderumzug statt. In der Hauptstadt Oslo wird der Kinderumzug von der Königsfamilie begrüßt. Auch die Abiturienten tragen ihren Teil dazu bei, indem sie am 17. Mai einen noch größeren und farbenfroheren Umzug als an den Tagen davor begehen, mit Techno-Musik und bunten Kostümen. Die verschiedenen Landsregionen aus Norwegen präsentieren ihre farbenfrohen und traditionsgemäßen Trachten auf Umzügen mit Musik und Tanzeinlagen. Zu den Feierlichkeiten am 17. Mai gehört natürlich auch die traditionelle Küche des Landes. Die Gastwirte und Hausfrauen servieren zum Frühstück das typische Heringsfrühstück mit Aquavit, ab mittags gibt es allerorts Räucherlachs, Sauerrahmbrei und gepökeltes Fleisch zu essen.
Etwas später im Jahr, am 23. Juni, wird der Sankthans-Tag gefeiert. Der Tag erinnert an Johannes den Täufer oder die Johanniswacht, welche von mehreren Jahrzehnten eine bedeutende Nachtwache mit Pilgerfahrten war. Die Norweger feiern das Fest mit großen Freudenfeuern, welche die symbolische Vertreibung von bösen Geistern darstellen sollen.